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Hallo ihr Lieben! Heute Morgen habe ich eine Nachricht meiner besorgten Mutsch bekommen, die mich fragte, was sie gegen ihre Flugangst tun kann. Und da ich glaube, dass es vielen so geht wie ihr, habe ich die Antwort hier für euch alle aufgeschrieben. Wie kann Yoga helfen, deine Flugangst loszuwerden? Das erfährst du in diesem Artikel.

Nimm dir eine Stunde Zeit und lege Zettel und Stift parat. Lass dich in dieser Stunde nicht ablenken, sondern konzentriere dich nur auf die Flugangst. Das effizienteste Mittel zur Transformation deines Problems ist es, in die Tiefe zu gehen. Nimm dir daher Zeit, um deine Flugangst genau zu verstehen. Und übe die Atemtechniken, die ich dir vorstelle ein Mal am Tag. Dann bist du schon viel beruhigter, wenn es losgeht. Betrachte die Übungen als Vorbereitung für deine große Prüfung (der Flug ist die Prüfung). Viel Spaß beim Üben!

„Was mache ich gegen meine Flugangst? ?

Antwort:

Guten Morgen Sonnenschein 🙂

Zuerst einmal musst du verstehen, woher Angst kommt und was das für eine Angst ist. Es gibt zwei verschiedene Arten von Ängsten.

  1. Die Angst bei einer tatsächlichen Gefahr.
  2. Die Angst, die du durch deine Gedanken selbst erschaffst.

Ein Beispiel:

Bleiben wir beim Flugzeug.

Nehmen wir an, du sitzt im Flugzeug und bist schon über den Wolken. Du schaust aus dem Fenster und siehst in dem Moment, wie sich eine Turbine des Flugzeugs löst und immer kleiner wird, weil sie nämlich Richtung Erdboden fällt. Du hättest hiermit einen berechtigten Grund, Angst zu haben denn höchstwahrscheinlich stürzt du in ein paar Minuten ab. Das ist die Angst vor einer tatsächlichen Gefahr.

Die Angst, die du dir durch deine Gedanken selbst erschaffst, ist zum Beispiel die Angst vor dem eben beschriebenen Szenario. Natürlich kann immer etwas passieren. Aber wenn du dir ständig darum Sorgen machst, was alles passieren kann – wie hoch ist dann deine Lebensqualität? Du hast keine Flugangst. Du hast Angst vor dem Tod. Und das heißt, dass du die Tatsache ignorierst, dass wir alle sterben. Wir wissen nicht, wie und wann. Das ist eins der Dinge, dir wir Menschen alle gemeinsam haben. Wir alle werden geboren und wir alle sterben. Was du in der Zwischenzeit tust, wie du dich fühlen willst und wie deine Lebensqualität ist, ob du glücklich oder unglücklich sein möchtest – das entscheidest nur DU! Also akzeptiere die Fakten und tu etwas gegen deine Ängste, die  du dir selbst erschaffst.

Was tun gegen die Flugangst?

Mir hilft oft, logisch zu denken. Das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel:

In den letzten 73 Jahren gab es weltweit insgesamt nur 2910 Flugzeugunglücke.

Im Vergleich dazu gab es alleine in Deutschland in nur einem Jahr 2,5 Millionen Verkehrsunfälle – davon 3180 mit Todesfolge. In 73 Jahren wären das fast 193 Millionen Unfälle und 232.140 Todesfälle – und das nur in Deutschland.

Aber hast du zum Beispiel Angst vorm Auto oder Bus fahren? Die Wahrscheinlichkeit, dort zu sterben wäre auf jeden Fall höher. Wenn nicht, dann liegt es daran, dass du es gewöhnt bist, Auto oder Bus zu fahren. Dein Gehirn sendet keine Alarmsignale aus, wenn du dich im Straßenverkehr bewegst, weil du es gewohnt bist.


# Übung: Beantworte diese Fragen, um deine Flugangst zu verstehen:

Dauer: 10 bis 15 Minuten

Beantworte diese Fragen schriftlich. Stell dir vor, du fliegst bald irgendwo hin.

  • Wovor genau hast du Angst?
  • Was genau denkst du, wenn du an das Fliegen denkst?
  • Wie sieht dein schlimmstes Horrorszenario aus?
  • Was passiert in deinem Körper, wenn du daran denkst? 
  • Hast du bestimmte körperliche Reaktionen (Herzklopfen, kurzer Atem, feuchte Hände, Zittern, u.s.w.)

Was passiert in deinem Körper, wenn du Angst hast?

Deine Hände beginnen, zu zittern. Dein Atem ist kurz und flach. Deine Muskeln spannen sich an. Dir wird heiß und kalt und du dein Herz klopft wie wild. Du kannst keinen klaren Gedanken fassen und willst am liebsten nur weg. In deinem Bauch kribbelt es und du willst dieses angespannte, aufgeregte Gefühl einfach nur loswerden. 

Wenn du Angst hast, dann ist dein gesamtes System im Überlebensmodus.

Du bereitest deinen Körper vor, zu kämpfen oder zu fliehen. Oder du erstarrst, wie ein Kaninchen, das vor einem Raubtier sitzt. Wenn du nun aber gar kein lebendiges Raubtier vor dir hast, sondern nur vor dem Bild stehst, wäre es ziemliche Energieverschwendung mit diesem Bild zu kämpfen. Oder davor wegzulaufen. Oder wie eingefroren dieses Bild vom Raubtier anzustarren, findest du nicht auch?

Du würdest sicherlich ein lustiges Bild abgeben und dafür sorgen, dass die Menschen, die dich dabei beobachten wie du vor dem Bild des Wolfes wegläufst zum Lachen bringen. 😉 Aber dir selbst würde es vermutlich nicht sehr viel weiterhelfen.

Dein sympathisches Nervensystem ist aktiviert worden.

Dein Gehirn wittert Gefahr und aktiviert automatisierte Programme, um dich zu schützen. Die sogenannte Kampf-Flucht-Reaktion wird aktiviert. Super Job. Stell dir vor, dein Gehirn würde das nicht tun? Und dann steht da tatsächlich ein Tiger vor dir und du findest ihn nur süß und willst ihn streicheln, während du im nächsten Moment die Stelle betrachtest, wo früher deine Hand war. Nicht so cool. Also danke liebes Gehirn, dass du uns schützen willst. Aber wer ist noch schlauer, als dein Gehirn? Du bist das! Beruhige es, denn du weißt es besser: Es ist nur ein Bild. Kein Grund zur Panik. Dein Gehirn hört nicht zu, weil es ja schon das Bild gesehen hat und jetzt nichts anderes mehr denken kann als: „Bloß weg hier!“, oder „Attacke!“, oder „Tot stellen“. 

Was tun bei einer Panikattacke?

In der Situation, wenn dein sympathisches Nervensystem aktiv ist, kannst du nicht denken. Du hast nur Zugang zu bestimmten Teilen deines Gehirns. Nämlich zu den automatisierten Denkprozessen. Also zu den Dingen, die du schon mehr als 1000 Mal geübt hast. Oder eben Flucht, Kampf oder Starre.

Aktiviere dein parasympathisches Nervensystem.

Das ist der Gegenspieler zum Sympatischen Nervensystem. Das parasympathische Nervensystem ist aktiv, wenn du entspannt bist. Dann kannst du klar denken, hast Zugang zu deiner Kreativität und zu deinen Potenzialen.

Wie aktiviere ich mein Parasympathisches Nervensystem?

Gute Frage! Denn das ist auch der Schlüssel gegen deine Flugangst. Es gibt verschiedene Techniken, mit deren Hilfe du dein Parasympatisches Nervensystem aktivieren und deine Angst augenblicklich loswerden kannst. Du kannst zum Beispiel als erste Hilfe durch dein linkes Nasenloch atmen. Damit aktivierst du dein parasympathisches Nervensystem. Du wirst ruhig, entspannt und baust Stress ab. 


Atmen und meditieren hilft dir dabei, deine Gedanken auf etwas anderes zu fokussieren als deine Angst.


Diese Yogaübungen helfen bei Flugangst:

1. Meditieren mit Affirmationen.

Nimm eine Mala Kette* und wiederhole deine beruhigende Affirmation**. Du beruhigst dadurch deinen Geist, indem du dich auf die positiven Worte fokussierst. Deine Finger haben eine Beschäftigung und du aktivierst durch das Berühren der Perlen die Energiepunkte in deinen Händen. Dein Gehirn ist mit dieser positiven Aktivität beschäftigt und hat keine Zeit für unnötige andere Dinge. Wiederhole dieselbe Affirmation 108 mal.

* Die Mala Kette hat 108 Perlen und du kannst sie für deine Affirmationen verwenden, die du 108 mal wiederholst. Wenn deine Affirmation lang genug ist, bist du vermutlich schon am Zielort, bevor du die 108 Wiederholungen beendet hast 😉

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Hinweis zur Affirmation: 

**Eine Affirmation sollte folgende Eigenschaften haben:

  1. Deine Affirmation soll positiv formuliert sein. (Ich bin frei, ich bin gesund, ich fühle mich entspannt, …)
  2. Die Affirmation ist in der Gegenwart (Ich bin, ich habe, …)
  3. Deine Affirmation soll durch Visualisierung verstärkt werden (wenn deine Affirmation lautet: „Ich bin glücklich“ dann visualisiere dich selbst lachend und fröhlich)
  4. Die Affirmation soll mit (positiven) Emotionen verknüpft sein. Vermeide Wörter, die negative Emotionen in dir auslösen (zum Beispiel Angst, Flugangst oder ähnliches. „Ich bin frei von Flugangst“ wäre ungeeignet. „Ich bin frei“ reicht aus.

Du kannst zum Beispiel sagen: „Ich bin in Sicherheit.“, oder „Ich bin ruhig und entspannt.“

2. Konzentriere dich auf deinen Atem.

Lass deinen Atem tief und lang werden. Zähle deine Atemzüge. Verfolge den Weg deines Atems und beobachte, wie die Luft deine Nase, deinen Rachen und deinen Hals passiert. Spüre, wie sich deine Lunge mit Sauerstoff füllt. Atme langsam und ruhig wieder aus.

Weitere Atem – und Meditationstechniken findest du hier:

Kriya Meditation Healthylifebalance
Anapanasati Healthylifebalance Suan Mokkh

 

 

3. Praktiziere die Wechselatmung (Nadi Shodhana).

Die Wechselatmung wirkt ausgleichend. Außerdem versorgt sie deinen Körper mit Sauerstoff. Mit der Wechselatmung reduzierst du Stress und Angst. Du beruhigst damit dein vegetatives Nervensystem und förderst deine geistige Klarheit.

Und so funktioniert die Wechselatmung:

Atme langsam und vollständig ein und aus. Verschließen nun dein rechtes Nasenloch mit dem Daumen und atme langsam durch dein linkes Nasenloch ein. Halte hier deinen Atem für zwei Sekunden an. Verschließe nun das linke Nasenloch mit dem kleinen Finger und atme durch das rechte Nasenloch vollständig aus. Jetzt atmest du wieder durch das rechte Nasenloch ein. Danach öffnest du dein linkes Nasenloch und atmest vollständig aus. Atme nun wieder durch das linke Nasenloch ein. Und so weiter.

Der Rhythmus ist:

  • links ausatmen, links einatmen
  • rechts ausatmen, rechts einatmen
  • links ausatmen, links einatmen
Flugangst weg atmen

 

 

Weitere Methoden gegen Flugangst.

1. Denke an was Schönes!

Freu dich auf deinen Zielort. Stell dir genau vor, wo du hinfliegst, wen du dort triffst, was ihr alles unternehmen werdet. Worauf freust du dich am meisten? Was wirst du erleben?

2. Lies einen Reiseführer oder Blogs von dem Land, wo du hinfliegst.

Auch das steigert die Vorfreude auf dein Zielort und du lenkst deine Gedanken in diese Richtung. Somit bleibt dir keine Zeit für unnütze Flugangst. 😉

3. Visualisiere nur positive Ereignisse.

Um deinem Horrorszenario den Wind aus den Segeln zu nehmen, stell dir genau das Gegenteil vor. Was ist das Tollste und Schönste, was passieren kann? Schreibe es auf! Vom Weg zum Flughafen bis zu dem Moment, wo du an deinem Zielort das Flughafengelände verlässt. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Du kannst dir beispielsweise vorstellen, wie du in die First Class versetzt wirst oder eine unvergesslich schöne Begegnung im Flugzeug hast.

4. Ohren auf!

Setze dir Kopfhörer auf und höre beispielsweise ein entspannendes oder lustiges Hörbuch. Oder deine Lieblingsmusik – diese sollte dich allerdings in eine positive Stimmung versetzen und nicht zu sehr aufwühlen. Was sich auch gut eignet, sind Audio – Meditationen oder Traumreisen. Achte auch hier auf entspannende Inhalte. Du willst dich ja schließlich beruhigen und nicht noch mehr aufputschen.

Hast du Flugangst? Was machst du dagegen? Was hilft dir dabei, entspannt zu fliegen?


Yvonne George ist Dipl. Sozialpädagogin, Trauma- und Bindungspädagogin. Sie hilft Familien mit Hilfe von gewaltfreier Kommunikation ihre Beziehungen zu vertiefen. Die Resultate sind ein harmonisches Familienleben, Selbsterfüllung und die Entfaltung der persönlichen Stärken.

One Comment

  • Yvi sagt:

    Noch ein Tipp:

    Sobald ich im Flugzeug sitze, beruhige ich meinen Atem. Ich lege meine Hände mit den Handflächen nach oben auf meine Beine. Dann schließe ich lächelnd die Augen und stelle mir vor, wie eine leuchtende Kugel aus weißem oder goldenem Licht und positive Lebensenergie immer größer wird. Diese Kugel wächst und ich fülle sie mit meiner Liebe. Ich stelle mir vor, wie diese pure Liebe immer weiter wächst und über die Grenzen des Flugzeugs hinaus geht und schließlich unseren gesamten Planeten umschließt. Ich spüre dann ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit und Verbundenheit. Kein Platz mehr für Angst 😉

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